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Hinter dem ungekünstelten Namen MARIE steht eine junge Wahlwienerin mit Kärntner und tunesischen Wurzeln – und eine dichte musikalische Bandbreite: Die Basis hat MARIE im Jazz und Impro, beides studiert die ausgebildete Tontechnikerin, Gesangspädagogin und Schneiderin seit 2016 an der Anton-Bruckner-Privatuniversität. Aus diesen beiden Eckpfeilern kristallisierte sich jedoch rasch ihr ureigener Stil heraus: Hip-Hop-lastige Beats treffen auf viel Elektro, dazu gesellen sich Soul-, Rock- und Blueseinflüsse, die MARIE genretechnisch schwer eingrenzen lassen. Inhaltlich sehr wohl: MARIEs feministischer Diskurs changiert zwischen sozialem Funktionieren und morbider Lethargie, versucht die Welt zu reflektieren – und zu reparieren. Gemeinsam mit der Rapperin Soulcat E5 veröffentlichte MARIE bereits drei Singles, bevor im April 2019 ihre erste EP „I Rise“ produziert vom österreichischen Rapper/Produzenten Def Ill erschien. Die Single-Auskoppelung „20 Missed Calls“ erreichte bereits im Vorjahr Platz 2 der Radio Soundportal Charts. Mittlerweile ist das einstige Soloprojekt zu einem sechsköpfigen Kreativkollektiv herangewachsen, das beim diesjährigen Protestsongcontest im Wiener Rabenhof mit „Trying“ nicht nur den dritten Platz erlangte, sondern im Disput mit Michael Ostrowski auch den Ton angab: „Resistance“, um die in „Trying“ gesampelte Menschenrechtsaktivistin Angela Davis weiterzudenken, geht natürlich weit über künstlerische Auseinandersetzung hinaus; Bei MARIE wird überdeutlich, dass Musik ein kräftiges Fundament für das Erbauen eines Dialogs darstellt. MARIE publiziert ihre Musik beim renommierten Label Beatzarilla (iNANA, Misses U, helahoop, Iva Zabkar).

 

Während sich MARIE musikalisch nicht klar einordnen lässt und aus insbesondere Hip-Hop, Elektro und Soul ein ureigenes Potpourri komponiert, ist der thematische Diskurs klar vorgegeben: Feminismus und Tabuthemen wie etwa psychische Erkrankungen sind jene Eckpfeiler, zwischen denen sich MARIEs Fragestellungen zu Politik und Gesellschaft stellen – Fragen, die bewusst provokativ unbeantwortet bleiben und auf eine Auseinandersetzung beim Rezipienten harren. Beim inhaltlichen Ernst kommt die humoristische Ebene jedoch auch nicht zu kurz – gerade in ihren Musikvideos versteht MARIE die augenzwinkernde Überhöhung als bewusst eingesetztes Stilmittel. Elementar im Klangspektrum ist nicht nur die gelungene Kombination zweier Welten, die auf klassischer Instrumentierung aufbauender und die elektronische, sondern vor allem auch die rege Kollaboration mit einer Vielzahl an Künstlerinnen: MARIE ist mit einem Zeitgeist gleichzusetzen, von daher das Ergebnis einer Vielzahl kreativer Inputs.

 

Man mag glauben, dass die Wurzeln der Aufklärung bereits Früchte getragen haben und zumindest in der aufgeklärten Welt etwa feministische Grundsätze kein Thema mehr sein müssten, als „Randgruppen“ verortete Gesellschaften nicht mehr als solche wahrgenommen werden und eine allumfassende Gleichberechtigung – in Punkto Geschlecht, aber auch Hautfarbe, Herkunft und Religion – in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Doch ein Blick in die Medien – angefangen im privaten Bereich, bei den Sozialen Medien, bis hin zu den Publikationen von Boulevard bis hin zum seriösen, dabei nicht selten konservativen Journalismus – beweist, dass die Menschheit tief drinnen noch anders tickt. Exemplarisch sei ein Blick in die Welt der Musik gewagt: Sowohl auf wie auch hinter der Bühne ist die Kunst hier immer noch ein männerdominiertes Gebiet, wenn Frauen Gehör finden, wird ihre Weiblichkeit nicht selten als „Eyecatcher“ exponiert. Dieser unzeitgemäßen Misere will MARIE entgegenwirken, einerseits Frauen ermächtigen, andererseits auch eben genau nicht „ihren Mann zu stehen“ – denn: Diese Redewendung sollte nicht nur aus dem Sprachgebrauch, sondern aus der Gedankenwelt getilgt werden. Ein geschlechtsneutraler Kunstgedanke ist da der einzig richtige Anfang – ein Anfang, bei dem MARIE das nötige Startkapital mitbringt.

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